Betrieblicher Brandschutz: Gefährdungsbeurteilung als Schlüssel zur richtigen Löschtechnik

Symbolbild – KI-generiert

Was Betreiber zu Brandklassen, Löschmitteln und Aufstellung wissen müssen

Feuerlöscher gehören zur grundlegenden Sicherheitsausstattung in Unternehmen. Doch nicht jedes Gerät ist für jeden Brand geeignet. Die Auswahl muss auf Basis einer fachkundigen Gefährdungsbeurteilung erfolgen – unter Berücksichtigung von ArbSchG, ArbStättV und ASR A2.2. Betreiber sind verpflichtet, Brandrisiken systematisch zu analysieren, geeignete Löschmittel auszuwählen und Anzahl sowie Standorte normgerecht festzulegen.

Gefährdungsbeurteilung als Grundlage

Arbeitgeber müssen gemäß § 5 ArbSchG eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, dokumentieren und regelmäßig aktualisieren. Die ASR A2.2 konkretisiert die Anforderungen an Feuerlöscher in Arbeitsstätten. Entscheidend ist dabei:

  • Welche Brandstoffe kommen vor?
  • Welche Brandklassen ergeben sich daraus?
  • Liegt eine erhöhte Brandgefährdung vor?

Nur auf dieser Basis lässt sich eine rechtssichere und wirksame Löschstrategie entwickeln.

Brandklassen im Überblick

Brandstoffe werden nach DIN EN 2 in Brandklassen eingeteilt:

Brandklasse A
Feste Stoffe mit Glutbildung, z. B. Holz, Papier, Textilien.

Brandklasse B
Flüssige oder flüssig werdende Stoffe wie Benzin, Alkohol oder Lacke.

Brandklasse C
Gase wie Propan oder Methan.

Brandklasse D
Metalle, insbesondere als Späne oder Pulver.

Brandklasse F
Speiseöle und -fette in Küchengeräten.

Sind Stoffe der Klassen C, D oder F vorhanden, spricht man von erhöhter Brandgefährdung. In diesem Fall sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich.

Geeignete Löschmittel

Die Eignung ist auf dem Feuerlöscher durch Brandklassensymbole gekennzeichnet.

  • Wasserlöscher – für Brandklasse A
  • Schaumlöscher – für A und B
  • ABC-Pulverlöscher – für A, B und C
  • CO₂-Löscher – für B, besonders in elektrischen Anlagen
  • Metallbrandlöscher – für D
  • Fettbrandlöscher – für F
Besonderheiten:

Pulverlöscher haben hohe Löschleistung, können aber in Innenräumen die Sicht beeinträchtigen.
CO₂ vermeidet Folgeschäden an Technik, darf jedoch in engen Räumen aufgrund von Erstickungsgefahr nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Bei Metallbränden sind Wasser, Schaum und CO₂ ungeeignet – Explosionsgefahr.
Fettbrände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden. 

Sonderfall Lithium-Ionen-Batterien

Brände von Lithium-Ionen-Akkus sind keiner eigenen Brandklasse eindeutig zugeordnet. Sie können explosionsartig verlaufen und giftige Emissionen freisetzen. Besteht ein entsprechendes Risiko, muss dies in der Gefährdungsbeurteilung besonders berücksichtigt werden.

Anzahl und Aufstellung

Feuerlöscher sind nach Größe und Gefährdung der Arbeitsstätte bereitzustellen. Wichtige Anforderungen der ASR A2.2:

  • Maximal 20 Meter Laufweg zum nächsten Gerät
  • Installation in Fluchtwegen, an Ausgängen und Kreuzungspunkten
  • Zusätzliche Geräte bei erhöhter Brandgefährdung
  • In Regallagern ausreichende Wurfweite beachten
  • Auf jeder Lagerebene eigene Geräte

Häufig bewährt sich ein Löschmittelinhalt von 6 Liter bzw. 6 Kilogramm als praktikabler Standard.

Einsatz in besonderen Bereichen

Elektrische Anlagen
Feuerlöscher nach DIN EN 3 sind in der Regel geeignet. Ein Mindestabstand von 1 Meter zu spannungsführenden Teilen bis 1.000 V ist einzuhalten. Zur Reduzierung von Folgeschäden werden oft CO₂-Löscher eingesetzt.

Außenbereiche
Hier sind Geräte mit hoher Wurfweite erforderlich, häufig Pulverlöscher.

Staub- oder Pulverbrände
Das Löschmittel muss sanft aufgebracht werden, um explosionsartige Reaktionen zu vermeiden.

Kennzeichnung, Wartung und Unterweisung

Feuerlöscher müssen gut sichtbar angebracht, mit dem Brandschutzzeichen F001 gekennzeichnet und in Flucht- und Rettungsplänen vermerkt sein. Sie sind vor Witterung und Beschädigung zu schützen und regelmäßig zu warten.

Arbeitgeber müssen Beschäftigte:

  • vor Tätigkeitsbeginn
  • bei Aufgabenänderung
  • mindestens jährlich

über das Verhalten im Brandfall unterweisen. Zusätzlich ist eine ausreichende Anzahl von Mitarbeitenden im Umgang mit Feuerlöschern praktisch zu schulen.

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Die Auswahl geeigneter Feuerlöscher ist das Ergebnis einer fundierten Gefährdungsbeurteilung. Besonders bei Gasen, Metallen, Fettbränden oder Lithium-Ionen-Batterien sind spezifische Lösungen erforderlich.

EL-SI unterstützt Sie dabei:
  • Analyse Ihrer Brandrisiken
  • Prüfung des Feuerlöscherbestands
  • Auswahl geeigneter Löschmittel
  • Normgerechte Planung nach ASR A2.2
  • Wartung und Schulung

So stellen Sie sicher, dass Ihre Brandschutzausstattung den gesetzlichen Anforderungen entspricht und im Ernstfall zuverlässig funktioniert.

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